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Klassische Funkwanzen

Semiprofessionelle Funkwanze Bei den meisten eingesetzten Funkwanzen handelt es sich um Billigware der Preisklasse 50,- bis 200,- EUR, die jedermann/-frau auf eBay oder in mehr oder weniger seriösen Elektronikläden erwerben kann.

Verwendete Frequenzbereiche

Sehr beliebt ist dabei der Frequenzbereich des UKW-Rundfunks von 87,5 bis 108 MHz – so kann auch ein ganz normales Radio für das Abhören der Wanzen verwendet werden. Haken: zufällige Mithörer sind damit in belebteren Gegenden schon fast vorprogrammiert, weshalb gelegentlich auf andere VHF-Bereiche (30-300 MHz) ausgewichen wird, wodurch allerdings für den Empfang ein Funkscanner notwendig ist.

Professionelle Wanzen arbeiten dagegen eher im UHF-Bereich (300 MHz-3 GHz), der aber sowohl bei der Konstruktion der Funksender als auch von der Suche/Erkennung her deutlich komplexer ist. Sehr selten findet sich dagegen der KW-Bereich (3-30 MHz), da hier deutlich längere Antennen notwendig sind.

Einschränkungen für Funkwanzen

Der Einsatz von Funkwanzen ist in mehrerlei Hinsicht limitiert:
  • Reichweite: typisch sind hier 30-250 Meter (!), d.h., eine konventionelle Funkwanze wird niemals wie im Kino üblich quer über den Kontinent empfangbar sein. Die Sendeleistung kann nicht beliebig erhöht werden: der Stromverbrauch würde damit entsprechend stark steigen, die Antennen müssten größer dimensioniert werden und es würde mehr Abwärme erzeugt werden, die man abführen müsste – und nicht zuletzt würde damit die Ortung extrem erleichtert.
    Im Normalfall wird man daher bei Funkwanzen im näheren Umkreis des Gebäudes beispielsweise ein Fahrzeug abstellen oder eine Wohnung anmieten (sofern der Angreifer nicht sowieso im Nachbarzimmer sitzt) und dort den Empfänger deponieren. Im einfachsten Fall sitzt dann eben der Überwacher mit im Fahrzeug etc. und hört live den Gesprächen zu; zusätzlich oder alternativ können die Gespräche natürlich auch aufgezeichnet und später ausgewertet werden.
  • Ortbarkeit: vor allem permanent sendende Billig-Funkwanzen im UKW-Bereich sind bereits mit einem simplen Allbandempfänger detektierbar – teurere Wanzen mit VOX-Funktion schon schwerer, digitale Burst- oder fernbedienbare Wanzen dagegen nur mehr mit sehr teuren Spezialgeräten oder durch manuelle (physikalische) Suche.
  • Stromversorgung: die Elektronik wurde in den letzten Jahrzehnten dramatisch geschrumpft – Geräte, die früher die Größe eines Schuhkartons hatten passen heute auf einen Zündholzkopf. Nicht im gleichen Maße geschrumpft sind allerdings die Batterien: um eine ausreichende Sendeleistung und Betriebszeiten von mehr als ein paar Stunden zu erhalten müssen diese um ein vielfaches größer sein als die Elektronik der Wanze selbst!
    Der Angreifer wird daher – wann immer möglich – versuchen, eine vorhandene Stromquelle zu verwenden. Dafür sind neben dem normalen 230V-Spannungsnetz auch noch ganz andere, auf den ersten Blick nicht offensichtliche Lösungen denkbar, beispielsweise: Solarzellen in einem Taschenrechner, in einem Handy eingebauter Akku, Spannungsversorgung auf der Telefonleitung etc.
    Für die Suche ergibt sich damit bereits eine erste Priorität: Wanzen, die nicht nur für einen kurzfristigen/temporären Einsatz bestimmt sind, sind immer entweder in der Nähe einer Stromquelle oder haben durch die Batterie eine gewisse Mindestgröße.
  • Qualität/Lautstärke der empfangenen Gespräche: je näher die Wanze an der Signalquelle (i.A. die sprechenden bzw. abzuhörenden Personen) ist, desto besser ist natürlich die Qualität. Hinderlich sind jedenfalls vor allem massive Hindernisse bzw. alles, das den Schall dämmt.
    Damit haben wir bereits ein zweites Prioritätskriterium für die Suche: je näher ein Gegenstand an der Zielperson ist, desto größer ist die Gefahr, dass hier eine Wanze versteckt ist.
  • Etwas spezifischer ist der Begriff des "Signal-Rausch-Verhältnisses" (engl. SNR, "signal-to-noise ratio"): Wanzen übertragen jedes Geräusch in einem bestimmten Frequenzbereich – egal ob sinnvoll oder nicht. Ist daher ein Raum sehr stark durch Umgebungslärm (von der Straße, laufenden Maschinen, im Hintergrund telefonierenden Personen etc., aber auch genau so beispielsweise in eine Wanne einlaufendes Wasser) "verseucht" so wird die SNR u.U. so schlecht, dass man auf der Empfängerseite nichts mehr versteht.
Professionelle Funkwanze

VOX/VOR und Burst

Im einfachsten Fall sendet der Minispion sein Funksignal permanent aus, was natürlich einerseits die Ortung sehr erleichtert, andererseits aber auch den Stromverbrauch dramatisch erhöht, was wiederum vor allem bei batteriebetriebenen Geräten problematisch ist.

Eine deutliche Verbesserung stellt deshalb eine sog. Sprachsteuerung ("VOX" oder "VOR" genannt) dar: die Wanze beginnt erst dann zu senden wenn die Umgebungslautstärke einen bestimmten, meist am Gerät selbst justierbaren Schwellwert überschreitet. Wird es im Raum wieder ruhiger so wird das Senden sofort oder nach einigen Sekunden Nachlaufzeit wieder eingestellt. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass während eines Sweeps im jeweils untersuchten Raum ständig (natürlich unverfängliche!) Geräusche simuliert werden!

Moderne (und entsprechend teure) digitale Wanzen gehen mit dem sog. Burst-Mode sogar noch einen Schritt weiter: die vom Mikrofon aufgenommenen Gespräche (und Geräusche) werden digitalisiert und – sofern sie wieder einen bestimmten Schwellwert überschreiten – in einem internen Speicher abgelegt. Sobald dieser Speicher voll oder eine bestimmte Zeit (meist mehrere 100ms bis wenige Sekunden) verstrichen ist werden diese Daten komprimiert in einem eben "Burst" genannten und nur wenige Millisekunden dauernden Paket an den Empfänger übertragen. Natürlich muss auch der Empfänger entsprechend digitalisiert sein, um die Pakete wieder in ein für den Menschen verständliches Audiosignal umzuwandeln.

Mit konventionellen Methoden von Allband-Empfänger bis Spektralanalyse kann diese Art von Wanzen nicht mehr detektiert werden!

Infrarot/Laser

Sehr selten eingesetzt aber dafür umso heimtückischer sind Wanzen, die nicht mit normalen Funksignalen arbeiten sondern ihre Daten beispielsweise (für das menschliche Auge unsichtbar!) per Infrarot-Übertragung (womöglich noch mit einem gebündelten Laserstrahl) zum Empfänger senden.
Eine Erkennung ist hier maximal mit Methoden ähnlich wie bei den Laser-Mikrofonen möglich.

Fernsteuerung

Eine beliebte Methode, um dem Sweep-Team die Arbeit zu erschweren, ist die Verwendung von ferngesteuerten Wanzen: vermutet der Angreifer den Einsatz eines Sweep-Teams (oder weiß er/sie beispielsweise, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt keine interessanten Gespräche geführt werden) so wird die Wanze durch eine simple Fernsteuerung deaktiviert. Da sie nun nicht mehr sendet ist sie mit konventionellen Methoden nicht mehr detektierbar.

Beachten Sie daher im Verdachtsfall unbedingt die Hinweise unter Verdacht!